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Auf der Seite des Deutschen Karate Verbandes
finden sie eine genaue Erklärung über die Reihenfolge und deren Bedeutung

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Budo-Gürtelränge – der vergessene Symbolismus

von Christopher Caile
Siehe auch „Die Titel im Budo

In den Kampfkunst-Disziplinen binden wir uns alle Gürtel um unsere Taille, aber nur wenige verstehen was sie repräsentieren. Die Bedeutung unserer Gurte und das Rang-System für das sie stehen, scheint verloren zu sein. Einige denken, sie zeigen ein Stufe der Fähigkeit oder Erfahrung. Andere denken sie führen im besten Fall in die falsche Richtung, oder sind nur Importierte Symbole orientaler Kultur, oder im schlimmsten Fall aufgeblasene Symbole des Egos. Was also repräsentieren sie? Sind sie wertlos, oder sind sie bedeutungsvolle Symbole geladen mit der Energie der Jahre von Hingabe und harter Arbeit?

Eine der größten Falschauslegungen, die von neuen Schülern genauso wie von der Öffentlichkeit gemacht wird ist, dass das Innehaben eines schwarzen Gurtes anzeigt ein Experte zu sein. Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt. Tatsächlich zeigt der Status eines Schwarz-Gurtes nur die Graduierung zu einem neuen Beginnen an. Aus diesem Grund werden einfache Schwarzgurte auch als Shodans anstatt Ichidan (erster Dan) bezeichnet, Sho bedeutet anfangen, das selbe Schriftzeichen wie in Sho Shin, was soviel bedeutet wie „Geist eines Anfängers“. Den ersten, beginnenden Rang erreicht zu haben bedeutet, man hat einige Kenntnisse der Grundlagen errungen und ist vorbereitet, das Lernen richtig zu beginnen, und Lernen meint viel mehr als nur Techniken. Somit wird ein neuer Shodan wieder zum Anfänger.


(Kyu-Grad)

(Dan-Grad)

Gegenwärtig ist die Nutzung von Graden und Gurten ein ziemlich neues Phänomen. Sie wurden nicht während der feudalen Zeit, als Krieger verschiedene Kampfmethoden für Schlachtfeld-Zwecke studierten genutzt, noch waren sie in Okinawa während der Entwicklung von Karate in Gebrauch. Das Kyu/ Dan-System in Verbindung mit den Farbgurten ist eine wirklich späte Erfindung des späten 19ten Jahrhunderts, Entwickelt von Jigoro Kano, dem Vater des Judo. Er schuf das Kyu/ Dan-System 1883 und zeichnete seine beiden besten Schüler mit einem Dan(Rang) aus. Drei Jahre später begann er schwarze Schärpen zu vergeben, die entweder mit einem Trainings-Kimonooberteil oder Japanischen Roben. Hosen waren nicht in Gebrauch, stattdessen trugen viele Lendenschürzen, oder mehr gebräuchliche kurze knielange Hosen. Kano’s Organisation, der Kodokan, übernahm später die volle Uniform mit Hosen (Keikogi), die wir heute kennen. Ungefähr 1907 wurde die Schärpe durch den Kuri Obi (Schwarzer Gurt) ersetzt.

Kanosah die Notwendigkeit, zwischen den Anfängern und den fortgeschrittenen Schülern zu unterscheiden. Anfänger trugen weiße Gurte und wurden als nicht eingestuft betrachtet. Aber innerhalb dieser Klassifikation wurden verschiedene Stufen als Kyu bezeichnet. Neue Schüler begannen mit dem höchsten Kyu (gewöhnlich Zehn), die Stufen mit steigender Erfahrung bis zum ersten Kyu, dem letzten Rang vor der Prüfung zum Dan, dem Rang, der durch den schwarzen Gurt symbolisiert wurde. Manchmal trugen zweite und erste Kyu’s einen braunen Gurt, um zu zeigen, dass sie ihre Grundkenntnisse bald erworben haben und in kürze Graduieren würden. Es wurde so verstanden, dass die Kyu-Stufen nur einen Einführung zu einem fortgeschrittenen Training auf Dan-Level waren. Mit der Zeit haben verschiedene Systeme sechs bis zehn Kyu-Grade für ihren Lehrplan und die Dan-Graduierung vom ersten Dan aufwärts übernommen. In vielen Budo-Künsten war der Dan-Grad recht einfach zu erreichen, wenn intensiv studiert wurde. Wie auch immer, in anderen Systemen war das Erreichen des Dan-Grads ausgeweitete auf fünf bis sieben Jahre oder mehr des intensiven Studiums. Da Anfänger nicht graduiert waren, wurden sie als Mudansha bezeichnet, Mu ist ein Zen-Begriff und bedeutet „nichts“, ein Ausdruck der Verneinung. DAN ist der Rang und Sha ist eine Person. Fortgeschrittene Schüler, jene, die die Grundlagen gemeistert hatten (mit einem Dan-Grad ausgezeichnet) wurden Yudansha , Yu bedeutet Besitzen. Dieser Ausdruck bedeutet daher „eine Person, die im Besitz eines Rangs ist“.

Das Abweichen der Farbe von schwarzen (graduierten) und weißen (nicht graduierte, farbige Gurte waren damals noch nicht in Gebrauch) Gurten waren mit mit tieferem Symbolismus geladen. Sie spiegeln eine Yin-Yang-Natur (in Japan In-Yo), geben die Wurzeln des Budo in der taoistischen Tradition wieder, vertreten durch den Ausdruck Do oder Weg, und zeigen die grundlegenden Polaritäten und Gegensätze. Dieses Konzept des Dualismus wurde auch ausgedrückt in der Chi-Hsi-Schule des Konfuzianismus (welche einen wichtigen Einfluss auf die Budo-Gemeinschaft hatte) mit seinen Ansichten von Ordnung (der Yukei, was den Rang in Budo wiedergibt) und Nicht-Ordnung (Mukei, was Nicht-Graduierung wiederspiegelt). Der weiße Gurt, zusammen mit der weißen Uniform geben auch Budo-Werte – Reinheit, Vermeidung von Überheblichkeit und Einfachheit – wieder. Es gibt auch keinen augenscheinlichen oder äußeren Anzeichen für Grad oder Stufe der Erfahrung. Daher beginnt jeder als ein gleicher (ohne Rang) – ein Wohlhabender kann direkt neben einem einfachen Bauern stehen. Das war bezeichnend, weil in früheren Zeiten die Klassen strikt getrennt waren und die meisten waren vom Studium der Kampfkünste ausgeschlossen.

Dem Kyu/ Dan-System und den damit verbundenen Gurten erfuhren ein großer Schub durch Japans ersten Kampfkunst-Vereinigung, gegründet um die Belebung der Tradition des Kampfkunst-Lehrens im modernen Zeitalter voranzubringen. 1895 wurde von der Regierung die Gründung des Dai Nippon Butokukai (Große Vereinigung Japanischer Budokünste) genehmigt, um die verschiedenen Kampfkunsttraditionen (Ryuha) zu überwachen, standardisieren und voranzubringen. Ein Komitee wurde eingerichtet (und übernahm Kano ’s Entwicklung) um Budo/ Bujitsu-Grad-Urkunden (Budo/ BujitsuMenjo) basierend auf dem Kyu/ Dan-System und Lehr-Lizenzen (Shihan Menjo) zu vergeben.

Unter der Führung des Butokukai wurden Budo und Bujitsu in Japan revolutioniert. Ein gemeinsames System von Uniformen, Rängen, Gurten und Prüfungen wurde übernommen. Auch die Trainingsmethoden wurden etwas standardisiert. Der Butokukai trieb auch die Übernahme des Budo-Training (Bestehend aus Judo, Kendo, Kyudo und Naginata –Do) in das allgemeine Bildungssystem und das Lehren des Bushido (Ethischer Krieger-Kodex). Judo und Kendo wurden als Sport eingeführt.

Das Kyu/ Dan-System war nie dafür entwickelt worden nur den leistungstechnischen Stand anzuzeigen. Es zeigt auch die Budo-Ziele der geistigen und ethischen Verwirklichung hin zur Perfektion des Selbst. Trotzdem sollten Dan-Grade, und auch Kyu-Grade, einen Stand von moralischer und geistiger Entwicklung oder Verwirklichung. Aus diesem Grund wurden Kinder immer anders, mit ihren eigenen Kyu- und Dan-Graden, mit ihrem eigenen erkennbaren Gurten klassifiziert, die Schwarzgurte hatten in der Mitte oft einen weißen Streifen. Das deshalb, weil man Kinder als noch nicht ausreichend reif und zu jung beurteilte, um die Aspekte des Charakters, den Budo repräsentiert zu erfassen. Aus diesem Grund wurden in vielen Schulen die Schüler im Alter von 14 oder 15 nochmals geprüft um sich für den Erwachsenenstand zu qualifizieren. Denn das Kyu/ Dan-System gibt den spirituellen Fortschritt einer Person hin zur Perfektion (Erlangen von Disziplin, Werten und Anstand) innerhalb einer Kampfkunstdisziplin wieder.

Im frühen 20ten Jahrhundert wurde Karate von Okinawa, wo es für Jahrzehnte im geheimen geübt wurde, nach Japan eingeführt. In Shuri, Okinawa’s Hauptstadt, wurde Karate um 1905 in der Mittelschule öffentlich als Teil des Lehrplans zur physischen Bildung eingeführt. Aber es gab kein Rangsystem, Gurte oder Uniformen zu dieser Zeit. Das Kyu/ Dan-System und das Gurt/Uniform-System wurde erst vom Karate in Japan als Mittel zur Anerkennung durch den Butokukai übernommen (die ersten Dan wurden von Gichin Funakoshi 1924 an sieben Schüler verliehen). Okinawa folgte später der japanischen Karate-Führung.

Erst innerhalb der letzten 30 Jahre (seit ca. 1960-1970) haben einige Kampfkunstdisziplinen oder Organisationen begonnen farbige Gurte als Zeichen der unterschiedlichen Kyu-Grade zu nutzen. Diese wurde eingeführt, um den Schülern ein Gefühl für das Erlangte zu geben. Sie wurden als Reaktion auf die geäußerten Wünsche von vielen meist ausländischen Schülern in Japan und Schülern im Ausland, die nach einem von außen ersichtlichen Zeichen Ihres Fortschritts suchten. Es gibt keine Übereinkunft über die Farben oder die Reihenfolge der Farben, außer dass in vielen Systemen der Braungurt der letzte vor dem Erreichen des schwarzen Gurtes (Dan-Grad) ist.

Bei den Rängen der schwarzen Gurte gibt es rein technisch 10 fortschreitende Grade – erster bis zehnter, aber der Aufstieg innerhalb jedes Systems ist begrenzt auf den Stand unterhalb des Gründers des Systems, obersten Trainers oder dessen Erben. Deshalb hatte im Shotokan -Karate, dessen Gründer Gichin Funakoshi den fünften Dan (Godan) innehatte, bis zu seinem Tod niemand einen Rang der höher oder gleich seinem war.

Alle Dan-Grade tragen Schwarz, mit Ausnahme der verschiedenen Kombinationen von Rot, Weiß und Schwarz die normalerweise vom 5. Dan und höher zu zeremoniellen Gelegenheiten genutzt wird. Inzwischen kennzeichnen einige Systeme Dan-Grade mit Streifen auf einem Ende des Gurtes, die Anzahl der Streifen zeigen dann den Dan-Grad an. Einige Systeme symbolisieren die verschiedenen Lehr-Titel mit schwarzen Gurtstreifen.

Aber das Erhalten eines Dan-Grads in Japan ist nicht mehr nur auf die Kampfkünste beschränkt. Die Dan-Graduierung wurde auf eine breite Vielfalt von Aktivitäten ausgeweitet. Es werden sogar Dan -Grade für die Fertigkeit im Sake (Reiswein) kosten vergeben

 

 

9. KYU  Weiß

8. KYU  Gelb

7. KYU  Orange

6. KYU  Grün

5. KYU  Blau

4. KYU  Blau

3. KYU  Braun

2. KYU  Braun

1. KYU  Braun

1. DAN  Schwarz

2. DAN  Schwarz